CFD: Hohe Rendite bei hohem Risiko

Aus 2.800 Euro können schnell 280.000 Euro Verlust werden.

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CFD (Contract For Difference) sind ein interessantes Finanzinstrument, wenn man damit umzugehen weiß. Man setzt damit auf bestimmte Kursdifferenzen von Aktien, Devisen oder Rohstoffen und kann durch die hohe Hebelwirkung mit relativ kleinem Einsatz hohe Gewinne erzielen. Die Renditechancen von CFDs sind wirklich einzigartig und so verwundert es nicht, daß allein im Jahr 2013 CFDs im Wert von 1,1 Billionen Euro gehandelt wurden.

Ohne Risiko geht es nicht

Doch eine der wichtigsten Börsenweisheiten lautet: Keine Rendite ohne Risiko. Soll heißen, je höher die mögliche Rendite, um so höher auch das Risiko für das eingesetzte Kapital.

Bei CFD-Produkten kommt neben dem verlorenen eingesetzten Kapital, wenn man falsch gewettet hat, oftmals noch eine sogenannte Nachschußpflicht dazu. Der Anleger ist dann verpflichtet, aufgelaufene Verluste umgehend auszugleichen. Und die können aufgrund der Hebelwirkung um einiges höher ausfallen als das ursprünglich eingesetzte Kapital.

Kleinanleger verzockt sich bei Währungsspekulation

Das mußte vor einigen Wochen auch ein deutscher Kleinanleger am eigenen Portemonnaie spüren. Ein Ingenieur spekulierte mit CFD-Finanzprodukten auf das Auf und Ab des Schweizer Franken. Der Wechselkurs der schweizer Währung zum Euro war nie von großen Schwankungen geprägt, da die schweizer Notenbank immer peinlich genau darauf achtete, daß ein Euro niemals weniger als 1,20 Franken wert ist.
So setzte der Anleger 2.800 Euro bei einem Broker auf Kursdifferenzen des Schweizer Franken zum Euro und hielt das Risiko für sein Geld für überschaubar.

Doch am 15. Januar 2015 war plötzlich alles anders. Die schweizer Notenbank gab den Wechselkurs des Schweizer Franken frei. Der Wert des Franken schoß daraufhin innerhalb weniger Minuten um 20 Prozent nach oben. Damit hatten die wenigsten Anleger, weder professionelle und schon gar nicht private, wirklich gerechnet und der Markt fing dementsprechend sofort an zu kochen.

Für den Kleinanleger bedeutete diese unerwartete Entscheidung der schweizer Notenbänker das finanzielle Aus. Zwar hatte er, um sich abzusichern, bei seinem Broker einen Stopp-Kurs vereinbart, nachdem sein Kontrakt sofort am Markt verkauft werden sollte, wenn der Euro unter die Marke von 1,1998 Franken rutscht, doch an diesem Tag fand sich aufgrund der Turbulenzen kein Abnehmer für seine Papiere. Und so stiegen seine Verluste und stiegen und stiegen.
Erst nach 45 Minuten fand sich ein Käufer. Der Euro war zu diesem Zeitpunkt nur noch 0,92 Franken wert. Das bedeutete für den Kleinanleger aufgrund der Hebelwirkung von CFDs einen Verlust in Höhe von 280.000 Euro. Und dieses Geld will sein Broker jetzt schnellstens von ihm haben.

So wurden aus 28.000 Euro Einsatz innerhalb einer Dreiviertelstunde 280.000 Euro Verlust. Für den Kleinanleger bedeutet dies den finanziellen Ruin. Diese Summe, für die man ein ordentliches Haus bauen könnte, hat er natürlich nicht flüssig und eine Bank wird sie ihm auch nicht leihen. Sollte der Broker, der bei sich kein Verschulden feststellen kann, nicht einlenken, wird der Kleinanleger um eine Privatinsolvenz wohl nicht herumkommen.

Es hätte aber auch ganz anders laufen können. Und dann wäre der Kleinanleger heute ein ganz großer, weil er statt 280.000 Euro Verlust die gleiche Summe als Gewinn eingestrichen hätte. Dann hätte er – zu recht – darauf bestanden, daß der Broker ihm diese Summe auch auszahlt.

Informieren wichtig!

Bei Börsengeschäften ist vorheriges Informieren immens wichtig. Gerade bei solchen Produkten wie CFDs. Hätte der Kleinanleger den Kontrakt richtig verstanden, dann wäre ihm aufgefallen, daß er nachschußpflichtig ist. Und wenn er das Risiko eines engen Marktes, bei dem nicht ausreichend Käufer und Verkäufer aktiv sind, nicht hätte tragen wollen, dann hätte er den Kontrakt nicht eingehen dürfen.

Weitere wichtige Börsenregel: Investiere nur in Dinge, die du wirklich verstanden hast. Sonst verbrennst du dir die Finger.



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