Poker: Glück oder Geschick?

Poker gehört zum Milliardenmarkt der Glücksspielindustrie. Vor allem Online-Poker erzielt weltweit einen Umsatz von drei Milliarden US-Dollar. Das ist eine schwindelerregende Zahl. Experten erwarten in diesem globalen Markt sogar noch weitere Zuwächse. Eine Folge, die wir dem digitalen Zeitalter zu verdanken haben.

Auch wenn die Pokerprofis der World Series of Poker (WSOP) für einige Pokerfans Vorbilder sind, ist das Thema Poker in Deutschland nicht unumstritten. Die naheliegende Frage: Ist Poker ein Geschicklichkeitsspiel oder ein Glücksspiel? Was überwiegt wirklich beim Pokerspiel? Die Geschicklichkeit oder der Zufall? Ist das überhaupt messbar? Das deutsche Strafgesetzbuch hat darauf bereits eine Antwort gefunden. Danach ist das Pokerspiel um Geld in Deutschland grundsätzlich verboten, wenn weder öffentlich noch gewohnheitsmäßig gespielt wird. Normiert ist das in den Paragraphen 284 und 285 des deutschen Strafgesetzbuches (StGB).

Poker Glück | Foto: quinonesnaomy, pixabay.com, Pixabay License

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Geschicklichkeit oder Zufall: Was überwiegt beim Poker?

Damit ein Glücksspiel als solches definiert werden kann, müssen folgende Merkmale vorliegen:

  • für den Erwerb einer Gewinnchance wird ein Entgelt verlangt
  • der Gewinn ist ganz oder überwiegend vom Zufall abhängig

Ganz vom Zufall abhängig ist zum Beispiel das Gewinnspiel Lotto.

Das Spielergebnis beim Poker muss demnach zu mehr als 50 Prozent vom Zufall abhängen, damit von einem Glücksspiel die Rede sein kann. Beim Pokerspiel ist das nur schwer messbar. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass auch die Geschicklichkeit beim Poker ins Gewicht fällt. Untersuchungen hierzu wurden bereits gemacht und auch veröffentlicht. Allerdings konnte keine exakte Bestimmung erfolgen. Wissenschaftliche Einrichtungen und Hochschulen befassen sich dabei gerne mit diesem Thema. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Hamburg hat sich beispielsweise mit dem Versuch befasst, den Zufall über die Spielwiederholung auszumitteln, und darüber der kritischen Wiederholungshäufigkeit einen Wert beizumessen. Das Ergebnis: Beim Poker handelt es sich unter bestimmten Voraussetzungen tendenziell mehr um ein Geschicklichkeitsspiel.

Fällt Online-Poker auch unter das gesetzliche Verbot des Strafgesetzbuches?

In Deutschland ist die Teilnahme an einem Online-Poker-Spiel grundsätzlich möglich. Für Profispieler aber gilt: Sie müssen dafür Steuern zahlen.

Poker gehört in der politischen Landschaft zu den umstrittenen Spielen. Obwohl das Recht das Pokerspiel unter bestimmten Bedingungen verbietet, besteht Rechtsunsicherheit. Trotz der eindeutigen gesetzlichen Strafvorschriften klingt das zunächst widersprüchlich. Das liegt an der fehlenden Messbarkeit des Spiels.

Während das Gesetz den Schwerpunkt auf den Zufall und die Entgeldlichkeit legt, bleibt die Frage nach dem Einfluss von Glücksspielen auf die soziale Umwelt unberücksichtigt. Vielleicht ist das vom Gesetzgeber auch gewollt. Schließlich kann nicht jedes Glücksspiel gleich als sozialschädlich eingestuft werden. Eine Glücksspieldefinition, die versucht sozialschädliche Spiele abzudecken, kann es pauschal nicht geben. In dieser Hinsicht wird es wohl auch noch längere Zeit ein gewisses Ausmaß an Rechtsunsicherheit geben.

Fazit

Wer gerne Online-Poker spielt, dem ist der Weg dahin jedenfalls nicht verwehrt. Im Internet gibt es zahlreiche Portale für das Spiel Online. Weil mittlerweile mehr Menschen das Mobiltelefon nutzen als den Computer, sind auch Apps für das Pokerspiel unterwegs schnell und einfach zu installieren. Die Sorge gegen ein Gesetz zu verstoßen, muss es in diesem Zusammenhang nicht geben. Wer jedoch den Flair an einem richtigen Pokertisch live erleben möchte, dem steht der Weg ins Casino frei.

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