Wer verdient tatsächlich am Volkssport Lotto?

Volkssport Lotto | Bild: ChiniGaray, pixabay.com, Pixabay License

Volkssport Lotto | Bild: ChiniGaray, pixabay.com, Pixabay License

Seit 1955 versuchen Millionen Deutsche Woche für Woche erneut die sechs richtigen Zahlen zu erraten. Die Rede ist natürlich vom Lotto. Genauer gesagt von der beliebtesten Variante hierzulande: LOTTO 6aus49. Doch wer verdient wirklich das große Geld im Volkssport Lotto? Und wie viel kann man gewinnen? Diese Fragen werden in diesem Artikel beantwortet.

Mehr als ein paar richtige Kreuzchen braucht es gar nicht um wirklich Kohle zu machen. Doch die Wahrscheinlichkeit, den Hauptgewinn abzuräumen ist erschreckend gering: 1 zu 140 Millionen, steht ganz klein und unscheinbar auf der lotto.de Homepage. Darüber ragt in großer, fetter Schrift der aktuelle Jackpot. Da wird das Risiko gerne übersehen.

Und wer hat nicht schon mal davon geträumt für immer ausgesorgt zu haben? Seinen Chef mitten in der Nacht anrufen zu können und zu sagen: „Ich kündige, auf nimmer Wiedersehen!“ Und eventuell noch das ein oder andere ehrliche Wort hinterher zu feuern, das einem schon so lange auf den Lippen liegt. Damit ist das Kapitel für immer geschlossen und man kann sich den schönen Dingen im Leben widmen. Ein Flug in die Karibik oder in die Südsee fällt bei einem Jackpot-Gewinner finanziell kaum ins Gewicht. Und gleichzeitig beflügeln die gewonnenen Millionen, lassen allen Ballast abfallen und schenken die Freiheit, die man sich schon immer gewünscht hat.

Was soll denn so schwer daran sein, einmal die richtigen Kreuzchen zu setzen? Einmal Glück zu haben? Einmal richtig Geld zu verdienen?

Verdient wird immer

Mit einem Einsatz von nur EUR 1,20,- kann man schon den einen richtigen Tipp abgeben. Doch mit diesem Einsatz werden erst mal einige Kosten bezahlt. Schließlich will jeder ein Stück vom Kuchen haben. Und was am Ende übrig bleibt wird als Gewinn auf die mehr oder weniger glücklichen ausgeschüttet. Im vergangenen Jahr zählten die deutschen Lottogesellschaften insgesamt 145 Millionengewinne. Darunter auch den bisher höchsten Gewinn in der 66-jährigen Geschichte von Lotto 6aus49. Eine Baden-Württembergerin durfte sich über 42,5 Millionen Euro freuen. Und sie war nicht die einzige. Bekanntlich ist geteilte Freude ja doppelte Freude. Und mit ihr und jedem anderen Lottospieler freuen sich tagtäglich andere Stellen mit.

Denn bevor sie sich freuen durfte, freuten sich erst mal viele andere – ganz ohne die richtigen Zahlen getippt zu haben. So bekommen etwa die Annahmestellen – immerhin etwa gute 24.000 in ganz Deutschland – rund 6 Prozent vom Kuchen ab. Als nächstes bekommen die 16 landeseigenen Lottogesellschaften ihr Stück – auch 6 Prozent.

Danach bekommen alle etwas. Schließlich bezahlen alle Lottospieler die oftmals Dummensteuer Abgabe in Höhe von 17 Prozent Doch das ist noch nicht alles. Weitere 22 Prozent werden für Förderprojekte aus Sport, Kultur und anderen Bereichen fällig. Daran sind die Lottogesellschaften rechtlich gebunden.

Mehr als die Hälfte ist weg

Wer gut im Kopfrechnen ist, bemerkt schnell, dass nun bereits mehr als die Hälfte des Kuchens gegessen isst. Genauer gesagt 51 Prozent. Folglich bleiben nur 49 Prozent des Einsatzes übrig um als Gewinn ausgeschüttet zu werden. Unglaublich eigentlich. Man stelle sich vor ein Casino würde jedem Besucher gleich zu Beginn eines jeden Spiels die Hälfte des Einsatzes abnehmen. Da scheinen die Gewinnchancen im Casino gleich in einem ganz anderen Licht. Immerhin vergeben manche gar einen Willkommensbonus ohne Einzahlung.

Doch genug dazu, hier soll es ja schließlich um den Volkssport der Deutschen gehen. Und daran hat auch die Corona-Pandemie nichts geändert. Wie die folgenden Zahlen zeigen.

Mehr Einsatz trotz Corona

Mehr als 7 Millionen Menschen spielen in Deutschland regelmäßig Lotto oder Toto. Dreimal so viele – 22 Millionen – füllen gelegentlich einen Schein aus. An diesen Zahlen hat auch die Krise im letzten Jahr nichts geändert. Was sich allerdings geändert hat im letzten Jahr, ist die Einsatzsumme der Lottospieler.

In einer solchen Krise wie der jetzigen könnte man denken, die Leute hätten weniger Geld für Lottotipps übrig. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Einsätze sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro gestiegen.

Das heißt Lottospieler sind im Moment bereit, mehr zu setzen. Womöglich gerade weil sie in finanzielle Not geraten sind. Und Lotto einen möglichen Weg aus dieser Not bietet. Die gestiegenen Einsätze freuen aber alle, die mit am Tisch sitzen und auch kleine und größere Kuchenstücke bekommen.

All jenen, die tatsächlich den Jackpot knacken, wird es aber schlussendlich egal sein, wer zuerst ein Stück vom Kuchen abbekommen hat. Schließlich bleibt ihnen mit immerhin 49 Prozent am meisten am Teller.

Kommentare sind geschlossen.