BHW-Scheck per Post. Sollte man diesen einlösen?

Derzeit erhalten viele Kunden der BHW einen Scheck zugeschickt. Nimmt man mit dem Einlösen die KĂŒndigung an?

Die Bausparkassen wollen derzeit möglichst schnell, möglichst viele Altkunden loswerden. Ebenso wie bei Banken und Sparkassen möchten auch die Bausparkassen alte VertrĂ€ge, in denen den Kunden fĂŒr heutige VerhĂ€ltnisse relativ hohe Zinsen von 3 oder mehr Prozent zugesagt hatte, kĂŒndigen. Auch fĂŒr Bausparkassen* wird es durch die historisch niedrigen Zinsen nĂ€mlich immer schwerer diese AltvertrĂ€ge noch zu bedienen.

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FrĂŒher war das ein gutes GeschĂ€ft fĂŒr die Bausparkassen, da die zugesagten Zinsen fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse nicht so ĂŒppig waren. Es kam beim Bausparen ja mehr auf die Zuteilung eines relativ gĂŒnstigen Baukredites. Doch viele Kunden nutzten ihren Bausparvertrag als eine Art Geldanlage. Was vor einigen Jahren nur verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenig Rendite abwarf, dafĂŒr den Bausparkassen gute Einnahmen garantierte, ist nun zu einer echten Alternative fĂŒr die Kunden geworden. 3 Prozent oder mehr findet man heute bei der Geldanlage kaum noch. Um das zu erreichen mĂŒĂŸte man schon in Aktien oder Ă€hnliches investieren, dafĂŒr aber mit einem höheren Risiko leben. Besitzer von alten BausparvertrĂ€gen haben dieses Risiko nicht und kassieren trotzdem die zugesagten Zinsen.

Doch kaum lĂ€uft es fĂŒr die Bausparkassen im Gegensatz zu ihren Kunden eher suboptimal, schon wollen sie von ihren frĂŒheren Zusagen nichts mehr wissen. Deshalb kĂŒnden viele Bausparkassen solche AltvertrĂ€ge einfach. Rechtlich ist das allerdings fragwĂŒrdig.

Scheck per Post

Auch die BHW macht da keine Ausnahme. Auch sie will alte VertrĂ€ge mit hohen Zinszusagen fĂŒr die Bausparer möglichst schnell beenden. Viele Kunden erhielten deshalb bereits die KĂŒndigung. Das löste eine große Empörungswelle bei den BHW-Kunden, aber auch der anderen Bausparkassen aus, wurden ihnen doch in den VertrĂ€gen die zugesagte Verzinsung praktisch auf ewig versprochen. Eine KĂŒndigung wollen sie daher nicht hinnehmen.

Bausparen als Geldanlage
Bausparen als Geldanlage

Deshalb versucht es die BHW nun offenbar mit einem Trick. Sie schickt den gekĂŒndigten Kunden einen Verrechnungsscheck ĂŒber ihr Guthaben zu. Wohl in der Hoffnung, daß die Kunden diesen Scheck einlösen und so praktisch die KĂŒndigung des Bausparvertrages annehmen.

Scheck nicht einlösen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rĂ€t allen BHW-Bausparern, die solch einen Scheck von der BHW erhalten, diesen nicht einzulösen. Sonst könnte die BHW das als Zustimmung der Kunden zur Auflösung des Bausparvertrages anfĂŒhren.

RechtsanwĂ€lte sind jedoch anderer Meinung. Wer seiner KĂŒndigung schriftlich widersprochen habe, spreche auch mit dem Einlösen des Schecks keine Anerkenntnis der KĂŒndigung aus. Das gilt auch fĂŒr bereits erhobene Klagen oder eingeleitete Ombudsmannverfahren.
Nur wer erst den Scheck einlöst und dann der KĂŒndigung widerspricht, dĂŒrfte ein Problem bekommen. Dann wird die BHW sicherlich daraus Verwirkung oder Rechtsmissbrauch konstruieren und die KĂŒndigung des Bausparvertrages ist wirksam.

Es spricht also alles dafĂŒr, den Scheck der BHW nicht einzulösen.

Scheck gut verwahren

Man sollte den Scheck aber gut aufbewahren und keinesfalls an die Bausparkasse zurĂŒcksenden. Dieser BHW-Scheck ist ein Verrechnungsscheck. Er kann von jedermann, der in seinen Besitz gelangt, eingelöst werden. Wird der Scheck von Fremden eingelöst, dann ist das Geld definitiv weg.
Deshalb den Scheck unbedingt sicher verwahren und die BHW schriftlich auf den Widerspruch gegen die KĂŒndigung des Bausparvertrages hinweisen.

Sollte sich die BHW nicht einsichtig zeigen, bleibt den Kunden die Möglichkeit ein Ombudsmannverfahren einzuleiten oder gegen die BHW zu klagen. Wie man an den zu unrecht gekĂŒndigten HochzinsvertrĂ€gen der Sparkassen gesehen hat, dĂŒrfte solch eine Klage eine sehr hohe Chance auf Erfolg haben.

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