Tabubruch: Raiffeisenbank führt Strafzinsen ein

Jetzt trifft es auch Privatkunden. Bayerische Bank führt Negativzinsen auf Sparguthaben ein.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die erste Bank umkippt und die Folgen der Niedrigzinspolitik der EZB an die eigenen Kunden weitergibt. Die Raiffeisenbank Gmund (am Tegernsee in Bayern) macht den Anfang und berechnet künftig Negativzinsen. Damit ist das Tabu gebrochen und Nachahmer in Form von anderen Banken werden sich sicherlich schnell finden.

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Negativzinsen

Ab September 2016 müssen Kunden der Raiffeisenbank Gmund Negativzinsen auf ihre Spareinlagen zahlen. 0,4 Prozent Zinsen werden dann für Einlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten berechnet. Die Genossenschaftsbank bezeichnet diese Zinsen offiziell jedoch nicht als Straf- oder Negativzinsen, sondern nennt sie „Verwahr-Entgelt“.
Das ist natürlich Marketingsprech und macht die Sache nicht besser. Geld dafür zu verlangen, daß die Bank ein elektronisches Konto im Guthaben führt, ist schon dreist. Die Kosten für die dafür benötigten Computersysteme sollten eigentlich locker durch die Kontoführungsgebühren abgedeckt sein. Jetzt zusätzlich abzukassieren, ist Abzocke.

Daß die Bank selbst 0,4 Prozent Strafzinsen an die EZB abführen muß, kann keine Argument für die nun eingeführten Strafzinsen für Privatkunden sein. Das gehört zum Risiko der Bank. Wenn sie so dumm ist, das billige Geld der EZB nicht an Kreditnehmer zu günstigen Konditionen weiterzureichen, sondern das Geld bei EZB zu parken, dann soll für diese Dummheit auch selbst aufkommen. Dafür auch noch die eigenen Kunden zu belasten, ist kundenfeindlich und sollte auch so von allen Bankkunden eingestuft werden.

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Zum Glück müssen nicht alle Kunden der Raiffeisenbank Gmund künftig die angekündigten Strafzinsen zahlen. Für Einlagen bis zu 100.000 Euro wird kein „Verwahr-Entgelt“ erhoben. Damit bleibt wohl der Großteil der Kunden verschont, zumindest vorerst.

EZB

Sollte jedoch die EZB weiterhin an ihrem geldpolitischen Kurs festhalten, dann werden wohl auch Sparer mit kleineren Vermögen zur Kasse gebeten. Die Banken und Sparkassen stöhnen wegen erheblicher Kosten, die die Zinspolitik der EZB ihnen bereit haben soll. Doch nur die wenigsten bitten dafür ihre Kunden zur Kasse. Nur die Deutsche Skatbank aus Thüringen belastet bisher große Einlagen über 500.000 €. Laut Aussage des Sparkassen-Verbandes DSGV und des bayerischen Genossenschaftsverbandes plant jedoch keine andere Bank eine Einführung solcher Strafzinsen.

Es liegt demnach wohl doch zu einem Großteil an der Führung der Raiffeisenbank Gmund selbst, wenn man ins Trudeln kommt und deshalb mehr Einnahmen generieren muß.



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